Vielverseuchtes Österland

Vielverseuchtes Österland!

Es war einmal zu jener Zeit,

als Zukunft wich Vergangenheit.

Da lag ein Land am blauen Strome.

Als Riesen rühmten sich die Gnome.

Ein schönes Land von Gottes Gnaden,

im Walzerschritt ging man zum Baden.

Glückselig schwelgt‘s bis an den Rand,

das königliche ÖSTERLAND.

Den Frieden stört nicht ein Scharmützel

das Volk labt sich an Schnaps und Schnitzel.

Ein Zustand, der auf ewig währe,

doch jäh kommt‘s Schicksal in die Quere.

 

Denn eines Tages geht die Kunde:

Horcht, eine Seuche macht die Runde!

Ein Keim spukt mit Corona-Kranz,

Abscheulich-tödlich gar und ganz!

Erreger bahnen ihre Schritte

aufs Heimatland vom Reich der Mitte.

Von dort, wo – heißt es – die Chinesen,

die Keime hätten aufgelesen,

im Zuge wilder Dschungeltouren

beim Rohverzehr von Kreaturen.

(Jedoch verlor‘n sich alle Spuren.)

 

Schon bald tönt klagendes Geschrei

vom Nachbarland, der Lombardei.

Unheimlich reih‘n sich Särg‘ an Särge

ganz unweit heimatlicher Berge.

So zögert Bastian, der König

im Hause Österland, nur wenig.

Der Mann vom Stammbaum der Türkisen

lässt zügig alle Grenzen schließen.

Schickt an die Grenzen jäh Soldaten,

befehlend: „Virus, draußen warten!“

Lässt löschen alle Nachtlaternen

und schließen sämtliche Tavernen.

 

Jedoch zu spät für manchen Wirt,

welcher zum Wirt wird und vervirt.

Und die Vervirung treibt zuschanden

manch einer in Tiroler Landen!

Denn wenn man legt auf Bar und Tisch Geld,

dann wird dort ungestört ge-Ischgelt!

So brodelt lang der Feier Hitz‘ noch

und pfeift aus dampfend-heißem Kitzloch.

Darauf bedankt sich der Erreger

für die viralen Überträger.

Die Schar aus aller Herren Länder

bringt Keime an Europas Ränder.

 

Es schwillt im Land das Ungemach,

drum Bastian, der König, sprach:

„So hört, im Namen unsrer Fahnen,

ich muss euch mahnen, Untertanen!

Verkünden muss ich euch den ,Lockdown‘!

Fortan verboten ist das Bock-Schau’n

mit Fremden sowie jede Nähe

mit andern Menschen! Also wehe!

Wer aus dem Haus geht ohne Not,

dem bringt die Pest den sich’ren Tod!

Für Draußen gilt: ,Betretungsverbot!‘

Denn bald schon wird ein jeder einen

Verstorb‘nen kennen von den Seinen!“

 

Da macht das Volk sich in die Hosen

und kauft Abortpapier in hohen Dosen!

Menschen verlieren die Kontrolle

bei Kämpfen um die letzte Rolle!

Zudem Geschäfte nah und fern,

so heißt es, sind sogleich zu sperr’n!

Nur nicht gewisse, wo man fand,

für das System sind‘s relevant.

Ein Glück, das niemand fragt nach DEM:

Wie relevant ist das System?

 

So leben Menschen über Wochen

in ihren Häusern eingekrochen.

Zuhause wird jetzt hart geschuftet,

auf engem Raum nicht gut geduftet,

und Zeit geschenkt den kleinen Wichten

gehetzt beim Selber-Unterrichten.

Im trüben Licht der Quarantäne

allmählich wachsen Frust und Mähne.

 

„Nun, brav ward ihr“, der König spricht,

und endet jäh den Zwangsverzicht.

„Ihr dürft euch treffen, dürft auch kegeln!

Jedoch befolgt ihr meine Regeln!

Solang es seucht und Qual entsteht,

ist neu sie, die Normalität!“

 

Daher: „Fürs G‘sicht nehmt‘s einen Lapp‘n

und gebt’s ihn vor die schnöde Papp‘n!

Damit das Virus nicht marschiere,

auch gelten Helme und Visiere!

Und wer nicht schläft im selben Schuppen,

soll bloß nicht treffen sich in Gruppen!

Tut‘s Hände waschen, Hände falten,

und voneinander Abstand halten!“

Volk: „Welcher Abstand ist jetzt Pflicht?“

„Nun, mindestens“, der König spricht,

„sei es die Länge meiner Ohren!“

„Soooo viel!?“, raunt’s Volk. „Wir sind verloren!“

Voll Milde Bastian hebt die Hand:

„Nun gut, es reicht ein Babyelefant!“

 

Doch jeden Tag von Majestät

ergeht von nun an ein Dekret.

Tagtäglich kommen neu Geheiße,

das Volk reibt sich in Angst und Schweiße.

Doch warnen kundig Rechtsgelehrte

den König ob der Rechtsgrundwerte:

„Ach, seid nicht“, meint er, „spitz und findig!

Ich bin der König! König bin ich!“

 

Zudem erscheint ihm leicht sinister

sein Medizinmann-Hohepriester,

Rudolf heißt er, ein Minister.

Der ebenso, gerühmt als Held,

die Vorsicht über alles stellt.

Der die Gesundheit nutzt latent

gleichsam als „Killer“-Argument!

Erfindungsgeist auch garantiert er,

mit neuen Werkzeugen probiert er,

dem Volk die Vorsicht einzutrichtern:

Die Farbe von Laternen-Lichtern

soll – Grün, Gelb, Dunkelgelb und Rot –

bezeichnen schlicht den Grad der Not.

Doch in welch‘ Farben sie auch gleißen,

sie überall was andres heißen.

Sodass Verwirrte nah und fern

steh‘n ahnhunglos vor der Latern‘!

 

Fortan in täglichen Depeschen

der König und Herr Rudolf preschen

hervor mit eiligen Erlässen,

die das Erlaubte neu vermessen,

um so im Schaulauf ums Erscheinen,

wer möge öffentlich mehr meinen,

zu festigen den eignen Ruhm

zuoberst auf dem Podium:

„Seht, ich bin’s, euer größter Retter!

Habt Dank für eure Lorbeerblätter!“

 

So geht es über kurz und lang.

Man hofft, man zagt, man fragt, man bangt.

Nach erster Welle zweite Welle,

Nach dritter Welle Pleite-Welle.

Die Herrscher stets in Lauer-Stellung,

das Volk in Furcht vor Dauer-Wellung.

Wer geht mit leisem Zweifel schwanger,

schon landet öffentlich am Pranger.

Wer mahnt Vernunft-Verteidigung,

begeht, ach, Majestätsbeleidigung.

 

Zudem der Kanon der Gelehrten,

die Wissen über Seuchen mehrten,

wird jeden Tag frappanter,

der Chor stets dissonanter.

Es scheint, als steigt beflissen

das Wissen vom Nicht-Wissen.

 

Jedoch das Schlimmste an der Seuche:

Dass Österland sich nicht mehr gleiche!

Die Zwietracht ward im Volk entfacht,

die Menschen gegenseitig aufgebracht.

Ein Volk begnadet für den Frieden

wirkt jäh entzweit und wie geschieden.

 

Die einen: „Zieht die Zügel enger!

Wir wollen alle Regeln strenger.

So schaut nur dem da auf sein Maul!

Visierlos sitzt er auf dem Gaul.

Die Pestilenz war niemals mehr da

als im Gesicht von dem Gefährder!

Gefoltert g‘hört er in der Kammer

g‘schwind zwischen Amboss und Nehammer!“

 

Die andern aber hinterdrein

gemahnen fordernd: „Haltet ein!

Denn diese Normen wie noch nie

gefährden unsre Monarchie!

Ganz wenig Schritte sind es nur

bis Absturz droht zur Diktatur.

Die Schäden, die kollateral,

vergrößern alles, was viral!

Die Rechnung droht uns vom Kassier,

die Wirtschaft stirbt und danach wir.

Wir leiden lieber an der Pest,

als so zu leben für den Rest!“

 

Dort, wo einst nichts als Sonne schien,

nun wuchern finstre Theorien.

 

Bei manchen steigert die Empörung

sich zur gewitterten Verschwörung:

„Gewiss die ganze Pandemie

ist ein Produkt der Industrie!

Nicht einmal wirklich und real,

nur inszeniertes Jammertal!

Von denen, die bloß profitieren

am Markt von Helmen und Visieren!

Und hat der Reiche namens Bill

fern aus Amerika nicht still

als feister Abakus-Erfinder

und „Fenster“-Firmen-Gründer

höchstselbst verbreitet diesen Keim,

um nun zu nutzen insgeheim

des Chaos dunkle Spur

mit seiner Zaubertrank-Tinktur,

um uns, die Friedvoll-Braven,

gar schändlich zu versklaven?

Drum wehe den obskuren Mächten!

Des Teufels Plan? Die Menschheit knechten!“

Schon setzen manche, rot die Stirne,

sich Aluhüte auf die Birne.

 

So merkt man sichtlich mit der Zeit

dass vieles kippt im Widerstreit,

dass zwischen Panik, der hysterischen,

und Reaktion, der esoterischen,

man just auf eines recht vergaß:

auf das bewährte Augenmaß!

Denn nie bekam sie schwerer Tritte:

die gute Ausgleichskraft der Mitte.

 

So schnell wie Keime des Viralen

frisst sich die Pest des Radikalen

von des geprüften Volkes Rändern

ins Zentrum, um’s mit Gift zu ändern.

Fast scheint‘s verboten in dem Land,

dass man benutzt den Hausverstand.

Die Menschen matt und abgestumpft,

das Corona-Opfer: die Vernunft.

 

Drum logisch wäre, wenn’s passiert,

dass Forschung dereinst finden wird

Beweise dieses Diagnosebilds:

Corona ist kein Virus, sondern Pilz.

Ein Pilz, der wirkt mit Schnellkraft

als Spaltpilz der Gesellschaft.

 

Von dieser Frage abgesehen

kaum jemand wollte EINS verstehen:

Alle Gelehrten jener Zeit,

bekannten sich in Einigkeit,

dass klar die Menschheit war bedroht,

doch nicht vom schnöden Seuchentod,

sondern vom Fieber des Planeten

von schrecklichen Kalamitäten,

von Feuern, Stürmen und von Fluten,

Verheerungen und Hitzegluten,

von Welt und Klima, die sich wandeln

und zwingen alle Welt zum Handeln!

 

Doch Bastian und die Monarchen?

In diesem Fall die Herrscher schnarchen!

 

Abrupt hier endet der Bericht!

Wie’s Ganze ausging, weiß man nicht!

 

###ENDE###  (Stand Oktober 2020)