Die Giraffen

Einst der Giraff‘ sprach zur Giraffin:

„Ich glaub, mir steckt ein Muffin

da irgendwo im Hals.

So könntest du im Fall des Falls

mich auf die HNO begleiten?“

„Gewiss, lass uns gemeinsam reiten!

Denn mir verfing sich heut beim Gähnen

ganz blöd ein Flugzeug in den Zähnen.“

 

Das Schaf

Es war ein Schaf namens Emma,

das hatte zwei Lämmer.

Die hießen auch Emma.

Wenn eines zu weit lief

und Emma danach rief,

war’s ein Dilemma!

 

Der Wurm

Ein Wurm, der Frischobst liebt zumeist,

sich satt durch einen Apfel beißt.

Jedoch bemerkt er jäh beim Fräsen,

ein andrer Wurm tut hier schon äsen.

Der Umstand wurmt den Wurm nun sehr:

„Ich geh! Kein Bisschen bleib ich mehr!

Auch Äpfel – muss ich hier erfahren –

sind nicht mehr das, was sie mal waren!“

 

Der Albatros

Der Albatros, der Albatros,

sein Leben wie im Flug genoss.

Flog mal von hier und mal nach da,

bis eines Tags er übersah, 

ein Ding, das sich geschwind naht,

ein neugebautes Windrad.

Seither nun fliegt der Albatros 

von hier nach da als Halbertros.

 

Löwen-Diät

Im Mittagsglühen der Savanne

die Löwin sprach zu ihrem Manne:

„Im Rudel geht grad um die Mode

von einer Trend-Ernährmethode.

Das Ding nennt sich Gazellen-Fasten.

Da die Gazell‘n auf Zellen lasten,

so heißt es, seien diese schädlich

für unsern Körper ganz erheblich.

Indes dem Wohlsein EINS nur diene:

rein Antilopen-Proteine.

Jedoch das Rudel ist gespalten

bei Fragen rund ums Ess-Verhalten.

So macht ein Teil das Gegenteil 

für sich und ihrer Mägen Heil.

Ausschließlich sie drauf schwören

nur noch Gazellen zu verzehren.

Weil diese binden aufs Geniale 

angeblich freie Radikale.

Deren Diät klingt fast utopisch:

Sie essen anti-antilopisch!

Nun, langsam wird das Rudel scheu.

Was wollen tun wir, großer Leu?“

Da streckt der Löwe seine Glieder,

lässt sinken seine Lider nieder. 

„Hast du’s gehört nicht in den News?“,

faucht er. „Der neuste Trend sind Gnus!

Wenn ich dran denk‘, knurrt mir der Magen.

Hör auf zu quatschen! Und geh jagen!“

Der Telefant

Der Telefant in Afrika

lebt frohgemut, doch sonderbar.

Schon lang man in der Gegend kennt

ihn als Kommunikationstalent.

Er kann mit and‘ren Telefanten,

mit weit entfernten und distanten,

fernsprechen und sich unterhalten,

auch Dritte noch dazwischenschalten,

als ob sie stünden vis-à-vis

rein über die Telefantie.

Kein Upgrade braucht’s vom Apparat her:

Der Rüssel reicht als Hardware.

Dazu noch dienen als Sensoren

die segelgroßen Tele-Ohren. 

Voll Neid selbst schon Kamele standen

Vorm Fernverkehr der Telefanten.

 

Nashirn und Nieshorn

Das Nashirn

Es war ein Nashirn einst am Nil,

das wenig fraß und dachte viel.

Jedoch glückt geistige Ekstase

nur schwer mit Großhirn in der Nase.

Zumal ein Schnupfen, jeder Schnief,

das Nashirn einschränkt kognitiv.

Drum Opfer der Evolution

War’s Tier erster Generation.

 

Das Nieshorn

Das Nieshorn, lebend froh am Nil,

war der Natur ein Trauerspiel.

Auf alles, ob groß oder zwergisch,

auf alles war das Tier allergisch.

Weshalb es nieste unentwegt,

fast hätt‘s den Nil hinweggefegt.

Da es durch stetes Dauerniesen

aus seinem Nieshorn-Nasenriesen

ihm leidlich schwer fiel, sich zu paaren,

ist’s ausgestorben schon vor Jahren.

 

PS:

Das Nashirn und das Nieshorn

Die Wissenschaft lässt’s offen,

ob sich die beiden je getroffen.

Mit dem, was daraus wär entstanden,

wär’s schwer wohl, einen Hit zu landen.

Ein Tier, das sich zum Nieshirn kreuzt?

Nicht auszudenken, wenn sich‘s schneuzt!

 

 

Der Tuntenfisch

Der Tuntenfisch im Ozean

zieht traurig heute seine Bahn.

Vom Lidstrich blieb nur blasser Rest,

das Make-up ist nicht wasserfest.

 

 

Der ewige Kreislauf

Gleich einem Pfeil von Artemis

rasant von oben talwärts schießt

ein Mäusebussard und ergreift

die Maus, die durch die Wiese streift.

Doch kaum will er mit feiner Beute

flugs suchen wie gewohnt das Weite

und leicht sich schwingen in die Lüfte,

spürt er ein Stechen in der Hüfte.

Denn jäh der Mäusebussard wird

sehr unerwartet attackiert,

– im Comic wären‘s PENGs und POWs –

von der gemeinen Bussardmaus.

Das Nagetier, geschickt im Jagen,

will seine Beute fort nun tragen

heim in sein Mäusebau-Geviert, 

als plötzlich – jetzt wird‘s kompliziert—

erneut ein Mäusebussard saust

vom Himmel und im Nu zerzaust

nun seinerseits den Beuteträger, 

der eben war noch selber Jäger.

Doch kaum, dass jener Vogel spürt,

die Bussardmaus ist arretiert,

kommt nur Sekunden später jäh

– Sie ahnen das Procedere –

ein weit‘res Nagetier mit Hast,

das wiederum den Bussard fasst.

So setzt sich fort der Reigen munter,

schier endlos drüber geht’s und drunter, 

stets Mäusebussard, Bussardmaus,

mal rupft das Fell, mal fliegt der Flaus.

Von oben kommt‘s, dann von der Seite,

mal ist man Jäger, mal die Beute.

So wächst und wächst die Nahrungskette,

unendlich wär sie heute, hätte

man sich geeinigt nicht hienieden

auf ein gerechtes Unentschieden.

 

 

Ohne Titel (Ziege)

Nanu!

Was macht die Ziege

da auf meiner Stiege?

Nun, was wohl!? Du weißt‘s eh!

„Määääääääääääh!“